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Christian Scott – 31.10.2010

JAZZyourASS spezial
Yesterday you said tomorrow

Modern Jazz zwischen Miles und Rock – Wenn es solch exzellente junge Musiker wie den 26-jährigen Christian Scott gibt, ist es um die Zukunft des Jazz wahrlich nicht schlecht bestellt. Der Trompeter aus New Orleans, der für sein 2006er Debütalbum ‘Rewind That’ gleich mit einer Grammy-Nominierung honoriert wurde, offenbart ein absolut eigenes musikalisches Profil. Angereichert ist Scotts Fusion aus schneidigem Jazz, HipHop und Rock-Rhythmen mit intimen Rhapsodien und heftigen Ostinato-Variationen. Sein sanftes, schmeichelndes, aber auch sein brennendes Trompetenspiel wird eingerahmt von seiner auf allen Positionen exzellent besetzten Begleitband, die Scotts zeitgemäße Interpretation der Musik der Jazz-Stilisten Miles Davis, John Coltrane und Charles Mingus das passende Fluidum verleiht.
Auf seiner Europatournee stellt er sein aktuelles Album “Yesterday you said tomorrow” vor, dass er im Studio des Blue-Note-Veteranen Rudy Van Gelder, der auch als Co-Produzent des Albums fungierte, eingespielt hat.

CHRISTIAN SCOTT / TRUMPET
MATTHEW STEVENS / GUITAR
JAMIRE WILLIAMS / DRUMS
KRISTOPHER FUNN / BASS
MILTON FLETCHER / PIANO

“Boxer, das war der Traum vom Leben, damals, Mitte der neunziger Jahre im Ninth Ward von New Orleans. So einer sein wie Muhammad Ali, schwarz und gut aussehend, beweglich und kaum zu treffen, rebellisch, großmäulig, stolz. Ein furchtloser Kämpfer, cool as hell. Und fliegen konnte der wie ein Schmetterling, zustechen wie eine Biene. Genau so wollte auch Christian Scott sein, er war auf einem guten Weg. Der kleine Christian war sportlich, und dauernd geriet er in Kämpfe. Doch dann kam die Trompete, und Christian Scott träumte einen neuen [...] »Ich halte die Politik im Jazz für genauso wichtig«, erklärte Scott kürzlich einem Interviewer, »wie etwa virtuose Trompetentechnik.« Damit stellt sich Scott ganz bewusst in Widerspruch zu den Eminenzen der Jazztradition, die in den vergangenen zwanzig Jahren den Diskurs über den Jazz dominierten. Scott stellt sich in die Tradition der Fire Music der sechziger Jahre, jener Bewegung afroamerikanischer Musiker, die ihrer Wut über den Rassismus mit radikalen Statements und rauen Tönen Luft verschafften. »Die Künstler waren damals viel dichter an ihrer Community«, sagt Scott und fragt sich: »Wie kann ich mit meiner Musik solche Dinge so ansprechen, dass es mich und meine Generation bewegt? Die Welt hat die Chance, sich so zu verändern, dass wir auf sie stolz sein können. Und wenn ich dazu beitragen kann, dann will ich das tun.« Da ist er wieder, der Kämpfer, nur dass er die Boxhandschuhe gegen die Trompete getauscht hat. ”

Quelle: Zeit Online (http://www.zeit.de/2010/12/M-Scott?page=1)

Eintritt: 20 Euro, ermäßigt 15 Euro
VVK: über City-Ticket

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